{"id":603,"date":"2015-02-21T14:28:52","date_gmt":"2015-02-21T12:28:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ess-rv.de\/?page_id=603"},"modified":"2016-01-12T08:54:04","modified_gmt":"2016-01-12T07:54:04","slug":"edith-stein","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ess-rv.de\/?page_id=603","title":{"rendered":"Edith Stein"},"content":{"rendered":"<p>Die Namensgeberin der Schule, Edith Stein, war eine deutsche Philosophin und Frauenrechtlerin j\u00fcdischer Herkunft, die 1922 zur katholischen Kirche konvertierte. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde sie zum Opfer des Holocaust und am 9. August 1942 im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau in den Gaskammern ermordet. Papst Johannes Paul II. sprach Teresia Benedicta vom Kreuz (so ihr Ordensname) am 1. Mai 1987 selig und am 11. Oktober 1998 heilig. Ihr r\u00f6misch-katholischer und evangelischer Gedenktag ist der 9. August. Sie gilt als Br\u00fcckenbauerin zwischen Christen und Juden.<\/p>\n<hr \/>\n<figure id=\"attachment_605\" aria-describedby=\"caption-attachment-605\" style=\"width: 225px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.ess-rv.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Edith_Stein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-605 size-medium\" src=\"http:\/\/www.ess-rv.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Edith_Stein-225x300.jpg\" alt=\"Edith Stein\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.ess-rv.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Edith_Stein-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.ess-rv.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Edith_Stein.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-605\" class=\"wp-caption-text\">Edith Stein 1891-1942<\/figcaption><\/figure>\n<p>Edith Stein wurde am 12. Oktober 1891 in Breslau als 11. Kind einer j\u00fcdischen Familie geboren. Ihre Schulzeit beendete sie zun\u00e4chst mit dem mittleren Bildungsabschluss, dann mit dem Abitur. In dieser Zeit bezeichnete sich Edith Stein als Atheistin; &#8222;von meinem 13.-21. Lebensjahr war ich Atheistin, weil ich nicht an das Dasein von Gott glauben konnte&#8220;.<\/p>\n<p>Sie studierte zuerst in Breslau Deutsch, Geschichte und Philosophie, wechselte zum 5. Semester aber nach G\u00f6ttingen, wo der Philosoph Edmund Husserl lehrte. Aufgrund ihres \u00fcberragenden Intellektes, z\u00e4hen Willens und Ehrgeizes geh\u00f6rte sie sofort zum engsten Kreis um Professor Husserl. 1915 unterbrach sie ihr Studium f\u00fcr 15 Monate und ging als Rotkreuzhilfsschwester in ein Seuchenlazarett nach \u00d6sterreich. Danach legte sie ihr Staatsexamen als Lehrerin f\u00fcr Deutsch und Geschichte ab, zugleich promovierte sie &#8222;Summa cum laude&#8220; bei Professor Husserl. Husserl engagierte sie als seine Assistentin. Die Zusammenarbeit mit ihm erwies sich als unerwartet schwierig, da Edith Stein selbstst\u00e4ndig arbeiten wollte, was Husserl nicht verstand. Sie schreibt dazu: &#8222;Ich kann mich in den Dienst einer Sache stellen&#8230;, aber im Dienst eines Menschen stehen, kurz gesagt, gehorchen, das kann ich nicht.&#8220;<\/p>\n<p>Edith Steins Weg zum Glauben begann mit einer menschlichen Erfahrung: Sie sollte den wissenschaftlichen Nachlass eines gefallenen Freundes ordnen und hatte Angst, der trauernden Witwe gegen\u00fcberzutreten. Diese aber hatte als Christin den Tod ihres Mannes als Teil des Kreuzes Jesu auf sich genommen. Edith Stein schreibt dar\u00fcber: &#8222;Es war der Augenblick, in dem mein Unglaube zusammenbrach, das Judentum verblasste und Christus aufstrahlte im Geheimnis des Kreuzes.&#8220; W\u00e4hrend eines Besuches bei einer Freundin im Jahre 1921 las sie mit dieser zusammen das Buch &#8222;Das Leben der heiligen Teresa von Avila&#8220;. Als sie das Buch gelesen hatte, schloss sie mit den Worten: &#8222;Das ist die Wahrheit&#8220;. 1922 wurde sie katholisch.<\/p>\n<p>Da eine Karriere an einer Universit\u00e4t f\u00fcr eine Frau damals nicht m\u00f6glich war, wurde sie Dozentin am Lehrerinnenseminar der Dominikanerinnen in Speyer. Daneben entfaltete sie eine vielf\u00e4ltige Vortragst\u00e4tigkeit. Wichtige Anliegen waren ihr dabei gleiche Bildungschancen f\u00fcr M\u00e4dchen und die Rolle der Frau im Beruf. &#8222;Keine Frau ist ja nur Frau. Jede hat ihre individuelle Eigenart und Anlage so gut wie der Mann und in dieser Anlage die Bef\u00e4higung zu dieser oder jener Berufst\u00e4tigkeit k\u00fcnstlerischer, wissenschaftlicher, technischer Art.&#8220;<\/p>\n<p>1932 bekommt Edith Stein einen Ruf als Dozentin an das P\u00e4dagogische Institut in M\u00fcnster, wo sie als J\u00fcdin 1933 von den Nazis entlassen wird. Ihr geistlicher Betreuer, Erzabt Walzer aus Beuron gab damals ihrem lang gehegten Wunsch, in den K\u00f6lner Karmel, den wohl strengsten Orden, einzutreten, nach. Edith Stein sah schon sehr fr\u00fch das Schicksal der Juden voraus und wandte sich deswegen auch an den Papst. Um den K\u00f6lner Karmel nicht zu gef\u00e4hrden, wich sie vor den Nazis in den Karmel Echt nach Holland aus. 1942 wurden die katholischen Juden der Niederlande nach Auschwitz deportiert, darunter auch Edith Stein und ihre Schwester Rosa. Edith Stein nahm ihr Sterben &#8211; wahrscheinlich am 9. August 1942 &#8211; als Kreuz f\u00fcr ihr Volk auf sich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Namensgeberin der Schule, Edith Stein, war eine deutsche Philosophin und Frauenrechtlerin j\u00fcdischer Herkunft, die 1922 zur katholischen Kirche konvertierte. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde sie zum Opfer des Holocaust und am 9. 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